Russland steht eine neue Rubelkrise bevor – Teil I

Der russische Rubel hat deutlich an Wert verloren. Vor ein paar Tagen wurde von der Zentralbank ein Mindestkurs genannt, den der Rubel voraussichtlich nicht mehr halten wird. Damit ergibt sich für die Notenbank ein Dilemma: Um eine Rubel-Krise zu verhindern, wären Milliarden nötig, die allerdings auch in der Wirtschaft ebenso dringend benötigt werden.

Entwicklung

Seit August hat der Rubel mehr als ein Drittel an Wert verloren. Die Politik reagierte darauf mit einer zögerlichen Politik und hat den Rubel schrittweise abgewertet. Am 22. Januar sollte dies ein Ende finden und der Rubel dem Markt überlassen werden. Kurzfristig war der Rubel stabil, jetzt aber sinkt der Kurs noch mehr als zuvor. Unter diesem Umständen ist ein erneutes Eingreifen der Notenbank möglich., wenn auch von Experten nicht gleichzeitig als erfolgversprechend ausgewiesen.

Hintergrund: Historische Erfahrung der Krise 1998

Das zögerliche Vorgehen von Notenbankchef Ignatiev erklärt sich aus der historischen Erfahrung der Krise im Jahr 1998. Als die damalige russische Regierung den Rubelkurs freigeben musste, rutschte der Kurs in nur einem Tag um 29 Prozent und insgesamt um 50 Prozent in den Keller. Damit war der russische Staat nicht mehr zahlungsfähig und es dauerte mehrere Jahre bis diese Krise überwunden war.

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