Die Kirche hat sich zur internationalen Finanzkrise geäussert und ein Statement dazu verfasst.
“Wie ein Riss in einer hohen Mauer”, heißt der Titel. Er entstammt dem Buch Jesaia.
“Wie ein Riss in einer hohen Mauer”
Natürlich kann man von der Kirche halten was man will, die Allegorie des Risses in der Mauer trifft die Situation die zur Finanzkrise doch im Kern. Die Ignoranz der Banker sei “wie ein Riss, wenn es beginnt zu rieseln an einer hohen Mauer, die plötzlich, unversehens einstürzt”. Die Kirche spricht dabei von einem neuen Zeitalter, welches auf die Banken bezogen den “Turbo-Kapitalismus” bezeichnet, möglichst schnell so viel es geht zu verdienen, der in der Zukunft keinen Platz mehr habe. Dabei sind nicht die Analysen und Forderungen des kirchlichen Papiers neu, evangelische und katholische Vertreter haben schon vor der Krise vor einer Wirtschaft gewarnt, in der Eigennutz vor Gemeinnutz geht, die das Klima schädigt und soziale Gerechtigkeit als lästige Effizienzbremse begreift. Neu ist der Ton den sie anschlägt. Der ist so ganz und gar nicht gemässigt, sondern scharf und bitter.
Das Geld und die Menschlichkeit
“Wo das Geld zum Mittelpunkt wird, wird das Wirtschaften unmenschlich”, verkündet die EKD. Und “Freiheit, die von der Verantwortung entkoppelt ist, zerstört sich selbst.” Für die Krise verantwortlich sei eine allgemeine Mentalität des “schnellen Geldes” bei Bankern wie Bürgern. Geschäftsziele hätten sich “einseitig an Kapitalinteresse” ausgerichtet, eine Regulierung der Finanzmärkte sei unerwünscht gewesen, Freiheit sei “zur unmittelbaren Verwirklichung von Einzelinteressen genutzt” worden. Nun müsse man sich von der Annahme verabschieden, dass die Finanzmärkte aus sich heraus effizient funktionierten. Die Kirche ist zwar in der Manageretage nicht sehr gegenwärtig, aber das Statement trifft den Gedanken der Bürger.