Wiedeking und die 50 Millionen

Es ist vollbracht: VW übernimmt Porsche und Ex-Porsche Vorstandschef Wiedeking bekommt 50 Millionen Euro Abfindung. Ein Rekord.Der Sportwagenbauer zahlt 50 Mio. Euro an Wiedeking – und die Hälfte der Summe fließt in eine Stiftung. Diese 25 Mio. Euro sollen unter maßgeblicher Einbeziehung der Porsche-Betriebsräte “eine sozial gerechte Entwicklung an allen Porsche-Standorten unterstützen”, teilte Wiedeking in einer persönlichen Erklärung mit. Wiedeking gilt seit Jahren als einer der bestbezahlten Vorstandschefs mit einer Top-Bilanzbuchhaltung in Europa. 77,4 Mio. Euro verdiente er nach einer Studie des “Manager-Magazins” 2008. Damit sei der Porsche-Chef wie 2007 der Top-Verdiener unter Europas Konzernchefs gewesen, resümierte das Blatt bei seinem Ranking Ende Mai. Der Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, kritisierte Wiedekings Anfindung trotz der Spende als skandalös. “Die Spekulationsgewinne, die seine Rieseneinkommen der vergangenen Jahre angeblich rechtfertigten, haben sich vollständig in Luft aufgelöst, und seine Firma ist am Ende”, sagte Poß. Auch Wiedekings Ankündigung, er wolle die Hälfte spenden, ändere nichts an der Verwerflichkeit des Prinzips, für Missmanagement Millionen zu bekommen. Porsche steht nach den Worten des SPD-Finanzexperten damit ebenso wie der ähnlich gelagerte Fall Schaeffler/Conti exemplarisch für “den Einzug der Zockermentalität des globalen Kasino-Kapitalismus selbst in die vermeintlich bodenständigsten deutschen Unternehmen und Wirtschaftszweige”. Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, rechnete vor: “25 Mio. Euro heißt, bei einem Listenpreis von 100.000 Euro, 250 Porsche 911 Targa 4. Das ist kein Sozialneid: Diese Summe ist absurd hoch und steht in keiner Relation zu irgendeiner geleisteten Arbeit.” In Wiedekings Bilanz stünden Zockereien an der Börse, “die Tausende Arbeitsplätze gefährdeten und letztlich einen Schuldenberg von 10 Mrd. Euro bei Porsche hinterließen”.

Eine Antwort hinterlassen