BayernLB: 2010 Rekord-Firmenpleiten

Bei der Frage wann die Krise in Deutschland überwunden sein könnte hört man viel Gegensätzliches. Jetzt hat sich Jürgen Pfister zu Wort gemeldet, seines Zeichens Chef-Volkswirt der Bayrischen Landesbank. Und er sagt nichts gutes.
Denn er erwartet bis 2010 eine Rekord-Pleitewelle.

“Erholung ist illusorisch”

“Jede Hoffnung auf eine rasche und kräftige Erholung der Wirtschaft ist aus meiner Sicht völlig illusorisch.” Nach den Abschreibungen auf sogenannte toxische Wertpapiere drohe in Form von Wertberichtigungen auf Unternehmenskredite eine zweite Welle von Belastungen für das Bankensystem. Auch staatliche Regulierungen könnten Verwerfungen an den Märkten in Zukunft nicht ausschließen. “Meine Befürchtung ist, dass wir 2010 mit etwa 40 000 Unternehmensinsolvenzen in Deutschland den bisherigen Rekord einstellen werden”, sagte Pfister dem “Münchner Merkur”.

“Welt-Konsens schwierig”

“Die angloamerikanischen Märkte mit ihrer Fokussierung auf Kapitalmarktprodukte und Investmentbanking werden sehr sorgfältig darauf achten, dass keine Regulierung geschaffen wird, die ihnen einen Wettbewerbsvorteil nimmt. Es wird sicher der schwierigste Teil der ganzen Operation, für eine neue Weltfinanzarchitektur einen internationalen Konsens herzustellen”, so Pfister. Es sei generell fraglich, ob auf internationaler Ebene eine effektive Finanzmarkt-Regulierung getroffen werden könne. Als Zukunftsprognose gab er zuguterletzt noch an: “Finanzkrisen gab es immer und wird es auch wieder geben. Der Erfindungsgeist – man kann auch boshaft sagen: die Gier – des Menschen wird immer Lücken finden, um neue Regeln zu umgehen.”

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