Ackermann und die Hypo Real Estate

Joseph Ackermann, seines Zeichens Chef der Deutschen Bank ist einer der umstrittensten Manager in Deutschland. Er gab nun bekannt, dass die Rettung der Hypo fast gescheitert wäre.
Der Zusammenbruch der Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) ist im September 2008 laut Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erst in letzter Minute abgewendet worden.

Telefonate mit ganz oben

Der Chef der größten deutschen Bank zeichnete einen weitaus dramatischeren Verlauf der damaligen Beratungen als bisher bekannt. Es sei “eine Minute vor Zwölf” gewesen. “Nur die Telefonate mit Steinbrück und Merkel haben eine Wende gebracht”, sagte er. Schon nach ersten Schätzungen der Deutschen Bank habe der Liquiditätsbedarf aber deutlich höher bei 27 Milliarden Euro gelegen. Die Schätzungen seien dann im Verlauf der Beratungen weiter auf 35 Milliarden Euro gestiegen. Diese Summe hätten die Banken niemals alleine tragen können.

Das Resultat

Ein Durchbruch sei dann kurz vor dem Ablauf einer wichtigen Frist nach seinem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gelungen. “Wenn um Viertel vor Eins Merkel mich nicht mehr am Handy erreicht hätte, dann wäre es zu spät gewesen”, sagte Ackermann. Ihr sei es jedoch gelungen, “noch 1,5 Milliarden Euro aus mir herauszupressen”, sagte er. Die HRE wurde inzwischen mit mehr als 100 Milliarden Euro gerettet. Sie ist nun fast vollständig in Bundeshand. FDP, Grüne und Linkspartei werfen der Bundesregierung und der Finanzaufsicht Versäumnisse vor. Sie hätten nicht richtig auf Hinweise reagiert, die auf eine sich zuspitzende Situation auf den Finanzmärkten gedeutet hätten.

Eine Antwort hinterlassen