Um in der momentanen Wirtschaftslage keine weiteren Mitarbeiter entlassen zu müssen, praktizieren viele deutsche Unternehmen die Kurzarbeit. Diese Praktik kostet sie, laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), in diesem Jahr ca. 5 Milliarden Euro.
Während der Kurzarbeit, teilen sich die Unternehmen die Personalkosten mit der Bundesagentur für Arbeit. Dabei tragen die Unternehmen in den ersten sech monaten 35 Prozent der Kosten. Nach diesem halben Jahr reduziert sich dieser Anteil auf ca. 24 Prozent. In manchen Extremfällen kann sich der Arbeitgeberanteil aber auf bis zu 48 Prozent belaufen, nämlich dann, wenn die Betriebe ihren Beschäftigten Zuschüsse zum Kurzarbeitsgeld zahlen.
Die Kurzarbeit erlaubt es den Unternehmen ihre Mitarbeiter, durch die Reduktion der Arbeitsstunden, auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen zu halten. Das IAB rechnet für das Jahr 2009 mit run 1.1 Millionen Kurzarbeitern. Dabei fallen ca. 38 Prozent der Arbeitszeit aus.
Die Bundesregierung hatte die Höchstdauer der Kurzarbeit erst vor Kurzem von 18 auf 24 Monate angehoben. Nun scheint sie aber an ihre Grenzen zu stoßen, denn die Lohnstückkosten steigen im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres, je nach Branche, um zwischen 8,1 und 25 Prozent. Die Lohnstückkosten bezeichnen Lohnkosten in Relation zur Produktionsleistung der Beschäftigten.
Diese Tatsache belastet die Unternehmen immer mehr. Konjukturexperte des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Jörg Hinze, rechnet mit einer Entlassungswelle, sollten sich die Signale für einen Aufschwung in der deutschen Wirtschaft nicht bald verstärken.
Kommt der Aufschwung bald, so würde sich die Investition der Unternehmen in die Kurzarbeit gelohnt haben. Denn so hätten sie ihr qualifiziertes, bereits angelerntes Personal über die Rezession hinweg gehalten haben. Die Suche nach qualifiziertem Personal würde die Unternehmen ansonsten je nach Qualifikation zwischen 7000 und 32.000 Euro pro Beschäftigten kosten.