Nach der Bundestagswahl, sind die Aktien verschiedener deutscher Energiekonzerne gestiegen. Der Grund dafür ist die Hoffnung, auf eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken durch die neue Koalition.
Die CDU/CSU und die FDP, die in Zukunft die Regierung bilden werden, gehören beide zu den Parteien, die mit der Atomkraft sympathisieren. Als im Jahre 2000 der Atomausstieg von der SPD und den Grünen unter Kanzler Gerhard Schröder beschlossen wurde, hatten sich CDU/CSU und FPD eindeutig dagegen ausgesprochen. Der 2000 beschlossene Atomausstieg sah vor, dass sämtliche deutsche Kernkraftwerke bis zum Jahr 2021 abgeschaltet werden sollen.
In der neuen Legislaturperiode sind sieben Kraftwerke von dieser Maßnahme betroffen. Doch sowohl die Union als auch die FDP haben sich für die Verlängerung der Laufzeiten ausgesprochen. Dafür fordern die Parteien allerdings die Abführung eines Teils der Gewinne, die durch die Verlängerung der Laufzeiten zusätzlich entstehen.
Der Vorstandsvorsitzende der RWE, Jürgen Großmann, sieht die momentane Lage sehr optimistisch: “Ich vertraue darauf, dass Union und FDP die Weichen für eine Laufzeitverlängerung stellen.” Auch die EnBW beruft sich auf das Wahlprogramm der Union und der FDP. Ein sprecher des Konzern sagte, man sei bereit für entsprechende Gespräche. Weiter heisst es: “Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir uns für eine Rücknahme der Laufzeitverkürzung aussprechen.” Bereits am Vormittag stiegen die Aktien der verschiedenen Energiekonzerne um bis zu 4,8 Prozent.