Im Reich der Mitte boomt die Wirtschaft nach wie vor – wenn auch in kleinerem Maße als vor Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise im Jahr 2008. So stiegen beispielsweise alleine im Mai die Im- sowie Exporte um gewaltige 50 Prozent, auch die Aktien chinesischer Unternehmen stiegen durch diese Nachricht rasant an.
Schwacher Euro macht den Chinesen zu schaffen
Laut chinesischer Zollbehörde stiegen die Importe um 48,5 und die Exporte um 48,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat an. Auch die chinesischen Banken scheinen die Krise ohne größeren Schaden gemeistert zu haben. Während in der westlichen Welt immer noch Banken Konkurs anmelden müssen oder mühsam mit Steuergeldern gerettet werden, schließt die chinesische Construction Bank das vierte Quartal mit einem Umsatzplus ab. Dadurch fiel auch der Gewinn für die chinesischen Banker sehr erfreulich aus – um 2,3 Milliarden Dollar stieg der Nettogewinn an, was einer Steigerung von fast 150 Prozent entspricht. Allerdings plant die China Construction Bank, die zu zehn Prozent der Bank of America gehört, die Vergabe von Krediten etwas zurückzuschrauben, um das Wachstum nicht zu bremsen. Die CCB gehört damit neben der Commercial Bank of China zu einem der stärksten Kreditinstitute der Welt.
Die einzigen Probleme, die China im Moment aufgrund der Finanzkrise hat, ist der im Moment immer schwächer werdende Euro, denn dadurch wird die chinesische Währung, der Yuan, immer weiter aufgewertet, was wiederum die Kosten für die chinesischen Industrie und den Handel erhöht. Die Chinesen haben sich in den letzten Monaten auch im großen Stil von US-amerikanischen Staatsanleihen getrennt. War China noch vor wenigen Monaten der größte Gläubiger der USA, so hat nun Japan diese Rolle inne, die japanische Regierung hat China US-Staatsanleihen im Wert von 34 Milliarden Dollar abgekauft und ist damit nun der größte Gläubiger der USA.
Crash oder nicht?
Doch es werden auch Stimmen laut, die einen Chrash der chinesischen Wirtschaft prophezeien, verschiedene international anerkannte Experten warnen vor einer Überhitzung der chinesischen Wirtschaft. So gab der bekannte Harvard Professor Kenneth Rogoff zu bedenken, das chinesische Wirtschaftswachstum sei größtenteils auf Schulden aufgebaut und diese Blase könne genauso leicht platzen wie die amerikanische Immobilienblase. Einen Crash der chinesischen Wirtschaft halten viele Experten in 9 bis 12 Monaten für wahrscheinlich. Man kann nur hoffen, dass die Experten sich irren, eine erneute Wirtschaftskrise, diesmal ausgelöst durch China, könnte verheerende Folgen für die sich gerade wieder erholende Weltwirtschaft haben, egal ob man jetzt das Merkur Bank Tagesgeldkonto hat oder ein altmodisches Konto bei der Sparkasse – eine erneute Krise würde wohl jeder von uns zu spüren bekommen.