Risiko und Renditemöglichkeiten verhalten sich proportional zueinander: je riskanter ein Finanzprodukt ist, desto höhere Gewinnchancen sind damit theoretisch möglich. Dass die Aussicht auf exorbitante Gewinne häufig die Scheu vor möglichen Verlusten in den Hintergrund rücken lässt, wird mittlerweile im Tagesrhythmus deutlich und zwar in Form von enormen Schwankungen auf den Kapitalmärkten. Beinahe altmodisch erscheinen vor diesem Hintergrund viel moderatere Anlageformen, bei denen sich Risiko und Rendite in etwa die Waage halten – wobei es auch dort Unterschiede gibt.
Grundlegendes: Das Wesen der Anleihe
Die Anleihe ist eine verbriefte Schuldverschreibung. Dabei muss zunächst zwischen der fest und der variabel verzinslichen Anleihe unterschieden werden. Das ist kaum mehr als eine Definitionssache, denn während sich die festgelegte Verzinsung bei der festverzinslichen Anleihe über die gesamte Laufzeit nicht ändert, wird der Zinssatz bei der variablen Anleihe regelmäßig angepasst. Diese Anpassung kann dem Kreditnehmer sowohl zum Vorteil als auch zum Nachteil gereichen, den schon erwähnten Regeln von Risiko und Rendite entsprechend.
Das Grundmuster der Anleihe ist dabei immer gleich: der Herausgeber, also Emittent, einer Anleihe gewährt einer außenstehenden Partei die Möglichkeit, per Kauf der Anleihe ein Forderungsrecht zu erwerben. Worauf sich diese Forderung bezieht, liegt auf der Hand: Geld. Bei der Anleihe handel es sich somit um eine fortgeschrittene Art des Geldleihens und -verleihens, bei der natürlich die Verzinsung die wesentliche Hauptrolle spielt.
Sichere Finanzierung mit der festverzinslichen Anleihe
Festverzinsliche Anleihen unterscheiden sich von anderen Finanzprodukten wie etwa Aktien und deren Derivaten durch die feste Verzinsung. Mit dieser erklärt sich auch englische Fachbegriff “fixed income”, was wörtlich übersetzt “festes Einkommen” bedeutet. Die Rendite ist somit planbar und unterliegt weniger Risiken als andere Wertpapiere. Daraus ergibt sich schließlich der primäre Nutzungszweck von festverzinslichen Anleihen, nämlich die langfristige Fremdfinanzierung, wie sie in großen Unternehmen üblich ist. Umgekehrt lassen sich diese Produkte auch als Investmentprodukte nutzen, die dank der Festverzinsung zu einem großen Planungshorizont führen.
Das Resultat eines komplexen Marktes: Devisen, Bonitäten und internationale Unterschiede
Die Anleihe kennt viele Formen und Namen: Bonds, Obligationen oder einfach nur Schuldverschreibungen sind die bekanntesten Bezeichnungen. Damit wird schnell klar, dass die Anleihe in den verschiedensten Bereichen zu finden ist. Eine bekannte Anleiheform ist die Staatsanleihe, auch das Geschäft mit Devisen, also Fremdwährungen, ist im Anleihebereich weit verbreitet. Hinzu gesellen sich Produkte wie Standardanleihen, Annuitätenanleihen oder Nullkuponanleihen, nur um einige weitere zu nennen. Die Liste ist nämlich kaum erschöpflich, etwa im selben Maße wie die Rentabilität zwischen den verschiedenen Produkten schwankt. Die Unterschiede reichen sogar noch weiter: Gerade in Länder mit großen Finanzmärkten, also den USA, England oder Deutschland, erweitern landesspezifische Anleihearten das Gesamtangebot noch einmal erheblich, was die Komplexität des Marktes weiter erhöht.