Es bedarf wohl keiner weiteren Erklärung, warum momentan viele Anleger Sicherheit in Immobilien und Gold suchen. Goldmünzen zu sammeln ist allerdings mehr als nur eine Kapitalanlage: Die Münzen aus dem stabilen, inflationssicheren Edelmetall werden schon seit vielen Dekaden in Serienproduktionen ausgegeben und sind als Sammlerobjekte heiß begehrt. Doch die Münzen müssen gar nicht aus Gold sein, um für Sammler und Anleger interessant zu sein.
Die wertvollste Münze der Welt
Für Sammler spielt es natürlich nur eine untergeordnete Rolle, wie hoch der Preis einer Münze ist. Natürlich möchte jeder Sammler auch einige Münzen ergattern, die besonders selten und gefragt sind, doch es geht in erster Linie um die Komplettierung der Sammlung. Die Euro-Münzsätze erfreuen sich übrigens bei Sammlern immer noch großer Beliebtheit. Man kann sie zum Beispiel im Bayerischen Münzkontor über das Internet erstehen. Dort gibt es auch viele Sonderprägungen und die Euro Münzen im Bayerischen Münzkontor werden in kompletten Sätzen mit einer Münze der vorangegangenen Währung des jeweiligen Landes angeboten. Das vermutlich teuerste Geldstück der Welt kommt allerdings nicht aus Europa. Römische Münzen der Antike oder Golddublonen spanischer Konquistadoren wären vielleicht heiße Anwärter auf den Titel „teuerste Münze der Welt“, doch tatsächlich ist das Geldstück, von dem hier die Rede ist, noch derart jung, dass viele Menschen seine Prägung noch miterlebt haben. Der St. Gaudens Double Eagle von 1933 liegt mit einem Sammlerwert von 7,6 Millionen Dollar weit abgeschlagen vor der Konkurrenz. Der Double Eagle ist eine US-amerikanische Goldmünze, die zwischen 1907 und 1933 geprägt wurde. Benannt ist die Münze mit einem Nennwert von 20 Dollar und eigentlich sollte es die Prägung von 1933 aufgrund des Goldbesitzverbotes gar nicht auf dem freien Markt geben. Man ordnete an, alle Münzen umgehend einzuschmelzen und lediglich zwei Exemplare wurden verschont, um in der Nationalen Münzsammlung ausgestellt zu werden. Irgendwie schafften es aber doch noch ein paar Exemplare, den Schmelztiegel zu umgehen und in die Hände von Sammlern zu gelangen, die sich hernach eine Hetzjagd mit US-Staatsorganen lieferten.
Die Deutsche Mark hat immer noch Wert
Tatsächlich kann man bei der Bekleidungskette C&A auch heute noch mit D-Mark bezahlen. Ansonsten sind die Münzen hinsichtlich ihres Verkaufswertes nahezu belanglos. Allerdings gibt es eine ganze Reihe von Fehl- und Sonderprägungen, die großen Seltenheitswert haben. Auf dem 50-Pfennig-Stück 1950 G wurde in der Prägeanstalt in Karlsruhe statt „Bundesrepublik Deutschland“ nämlich noch „Bank Deutscher Länder“ als Umlaufbeschriftung verwendet. Die falsch geprägten Münzen, von denen einige noch immer im Umlauf sein müssen, haben einen Sammlerwert von 500 bis 1000 Euro – je nach Zustand der Münze.